Veröffentlicht am: 20 August 2024
Österreichs geheime Vorlieben: Was Suchtrends über den Pornokonsum verraten
Wenn es um Online-Suchanfragen geht, zeigt Österreich eine interessante Landkarte der Vorlieben – und zwar eine, die mehr über das digitale Verhalten verrät, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Unsere aktuelle Analyse enthüllt, dass nicht nur Wien, sondern auch andere Bundesländer mit Blick auf explizite Suchbegriffe ganz vorne mitspielen.
Doch was sagt das über die unterschiedlichen Regionen des Landes aus? In den kommenden Abschnitten haben wir das Suchverhalten der Österreicher genauer unter die Lupe genommen und einen Blick auf die geografischen und kulturellen Unterschiede geworfen.
Methodik und Datengrundlage
Die Grundlage dieser Analyse bilden die Daten, die durch das SEO-Tool Mangools.com erhoben wurden. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten wurden die Suchanfragen zu den vier häufigsten Keywords – „Porn“, „Pornos“, „YouPorn“ und „Pornhub“ – in allen neun österreichischen Bundesländern gesammelt und ausgewertet.
Dabei wurde die Anzahl der Suchanfragen in Relation zur Einwohnerzahl der jeweiligen Region gesetzt, um ein genaues Bild des pro Kopf-Verhaltens zu erhalten. Diese Methode erlaubt es, regionale Unterschiede und Trends im Suchverhalten sichtbar zu machen, ohne dabei auf absolute Zahlen angewiesen zu sein.
Wien auf die 1
Mit 25,73 Suchanfragen pro Einwohner steht Wien unangefochten an der Spitze der österreichischen Bundesländer. Als Hauptstadt und zugleich größtes Bundesland mit 1,9 Millionen Einwohnern wird hier nicht nur kulturell, sondern auch digital die Richtung vorgegeben. Die hohe Bevölkerungsdichte und die multikulturelle Prägung der Stadt tragen dazu bei, dass Wien in puncto Online-Suchen den Ton angibt.
Diese Spitzenposition kommt also nicht von ungefähr: Wien profitiert, im Gegensatz zu ländlicheren Gegenden, von einer sehr ausgebauten digitalen Infrastruktur, die den Zugriff auf erotische Inhalte zu jeder Tag- und Nachtzeit möglich macht. Ähnliche Muster haben wir übrigens auch in einigen Städten in unserer Studie zum Pornokonsum in Deutschland beobachtet. Es ist also nicht nur der Faktor ,,Großstadt‘‘, der Wien hier in die Karten spielt.
Vergleich mit anderen Bundesländern
Salzburg und die Steiermark folgen auf den Plätzen zwei und drei, mit 15,84 bzw. 12,88 Suchanfragen pro Einwohner. Diese Werte sind zwar deutlich niedriger als in Wien, zeigen aber dennoch, dass auch in diesen Regionen ein reges Interesse an Pornos besteht. In Salzburg, einer Region mit starker katholischer Prägung, spiegelt sich eine gewisse Zurückhaltung wider, die möglicherweise auf ebendiese religiösen Werte zurückzuführen ist.
Tirol befindet sich mit 11,72 Suchanfragen pro Einwohner im Mittelfeld. Obwohl Tirol eine ländliche Region mit engen Gemeinschaften ist, zeigt sich immer noch ein moderates Interesse an Pornos. Neben der religiösen Prägung spielt hier auch die geografische Lage eine Rolle: Die Alpenregion lädt eher zu Freizeitaktivitäten im Freien ein, die nicht durch Bildschirmzeit ersetzt werden möchten.
Oberösterreich und Niederösterreich liegen mit 8,79 bzw. 7,73 Suchanfragen pro Einwohner etwas darunter und zeigen eine eher zurückhaltende Nutzung. Beide Bundesländer sind stark landwirtschaftlich geprägt, was zu einem anderen Lebensrhythmus führen kann, der weniger Raum für digitale Inhalte gewährt. Die Menschen dort verbringen ihre Freizeit zudem oft in der Natur oder engagieren sich in lokalen Gemeinschaftsaktivitäten, was das Verlangen nach bestimmten Inhalten reduzieren könnte.
Kärnten und Vorarlberg bilden mit 4,99 bzw. 3,84 Suchanfragen pro Einwohner das Schlusslicht. In Kärnten, wo neben der katholischen Kirche auch protestantische Gemeinden Einfluss haben, ist das Interesse noch geringer. Die Regionen zeichnen sich durch konservative Werte aus, was möglicherweise dazu führt, dass Themen wie Online-Pornografie größtenteils tabuisiert werden.
Besondere Zeiträume und Trends
Ein auffälliger Anstieg der Suchanfragen wurde in der Woche vom 19. bis 26. Mai 2023 verzeichnet – genau in der Zeit von Christi Himmelfahrt und den anschließenden Brückentagen. Man könnte meinen, dass die zuvor genannten christlichen Werte auch in dieser Zeit wirksam sind.
Doch genau hier wird es spannend: Während viele das verlängerte Wochenende für Wanderungen, Grillpartys oder gemütliche Stunden mit der Familie nutzten, entschied sich ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung offenbar für eine digitale Auszeit der besonderen Art.
Es ist fast schon ironisch, dass gerade an Feiertagen, die traditionell mit Besinnlichkeit und Einkehr verbunden sind, die Suchanfragen nach Erotik ihren Höhepunkt erreichen. Vielleicht liegt es daran, dass der ruhige Feiertagsmodus auch Raum für andere, weniger öffentliche Interessen schafft. Oder vielleicht ist es einfach die Freiheit, die ein verlängertes Wochenende bietet – und damit die Möglichkeit, sich ungestört digitalen „Freuden“ hinzugeben.
Das letzte Wort hat der Nutzer
Die Digitalisierung verändert nicht nur, wie Informationen konsumiert werden, sondern auch das Verhalten der Menschen im digitalen Raum. Österreich zeigt dabei, wie unterschiedlich regionale und kulturelle Faktoren das Suchverhalten prägen können. Während in manchen Bundesländern der Konsum digitaler Inhalte hoch ist, zeigen andere deutlich weniger Interesse.
Doch selbst diese Trends sind nicht in Stein gemeißelt – Feiertage oder besondere Anlässe können das Bild schnell ändern und zeigen, dass feste Schlussfolgerungen schwer zu ziehen sind. Was bleibt, sind Tendenzen, die einen Einblick geben, aber nie das ganze Bild.
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